Navigation

Finanzielle Hilfen und Unterstützung für Familien in der Corona-Zeit

In der weltweiten Corona-Krise sind wir alle gefragt - jede und jeder muss mithelfen, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Dabei ist es wichtig, gut aufeinander Acht zu geben, sich gegenseitig zu unterstützen und weiterhin die Abstandsregeln und Hygienevorschriften einzuhalten. Familien, ältere Menschen, Engagierte, Kinder, Schwangere - alle stellt das Coronavirus vor ganz individuelle Herausforderungen.

Die Bundesregierung steht in dieser Situation eng an Ihrer Seite und will mit dem umfangreichen Konjunkturprogramm und Zukunftspaket auch Familien und Alleinerziehende unterstützen. Die Maßnahmen sollen helfen, die Krise gut zu bewältigen und Impulse der Belebung zu setzen. Darüber hinaus sollen mit der Corona-Warn-App Infektionsketten besser nachverfolgt und die Ausbreitung des Coronavirus (SARS-CoV-2 oder COVID-19-Virus) begrenzt werden.

Diese Übersicht bietet wichtige Informationen über staatliche Unterstützungsmöglichkeiten für Familien von unterschiedlichen Ministerien und mit unterschiedlichen Zuständigkeiten - sie wird fortlaufend aktualisiert.

Der neue Covid-19-Chatbot der Bundesverwaltung informiert Sie ebenfalls zu Corona-Themen und ist nun auch über das Familienportal erreichbar. Sie können den Chatbot am rechten Bildschirmrand aufrufen.

Der Chatbot C-19 gibt Auskunft zu allgemeinen Fragen zum Coronavirus, finanziellen Hilfen, Unterstützungsleistungen, Informationen für junge Menschen und ältere Menschen, Reisen und weiteren Themen. Der Chatbot ist eine Beta-Version, der aus Ihren Fragen lernt und seine Wissensbasis zu Corona stetig erweitert. Hier finden Sie weitere Informationen zum Covid-19-Chatbot

Mit dem Kinderzuschlag (KiZ) steht Familien mit kleinem Einkommen eine Unterstützung in Höhe von maximal 185 Euro pro Monat und Kind zu, zusätzlich zum Kindergeld. Ob ein Einkommen klein ist bzw. für die Familie ausreicht, hängt von vielen Faktoren ab, zum Beispiel: Wie viele Eltern und Kinder leben in der Familie, wie alt sind die Kinder, wie hoch sind die Wohnkosten? Als kleines Einkommen gilt beispielsweise für eine Paarfamilie mit 2 Kindern und Wohnkosten von 700 Euro ein Familieneinkommen von ca. 1.600 bis ca. 3.300 Euro gemeinsames Bruttoeinkommen (ungefähr 1.300 bis 2.400 Euro Nettoeinkommen). Bei höheren Wohnkosten kommen auch höhere Werte in Betracht. Liegt das Familieneinkommen in diesem Bereich, besteht sehr wahrscheinlich ein Anspruch auf Kinderzuschlag. 

Berechnungsgrundlage ist bislang das durchschnittliche Einkommen der vergangenen sechs Monate. 

Im Rahmen der Corona-Krise wurde der Kinderzuschlag nun zu einem „Notfall-KiZ“ angepasst. Er soll zügig helfen, wenn Familien jetzt Einkommenseinbrüche erleiden und plötzlich nur noch ein kleines Einkommen erzielen. Dafür werden folgende Regelungen getroffen:

  • Bei Anträgen auf Kinderzuschlag, die zwischen dem 1. April 2020 und dem 30. September 2020 gestellt werden, wird das Einkommen der Eltern nicht anhand der letzten sechs Monate, sondern nur anhand des letzten Monats vor Antragstellung geprüft. Für Anträge im April ist also das Einkommen aus März relevant, für Anträge im Mai das von April. So kann besser auf kurzfristige Einkommenseinbußen reagiert werden.
  • Außerdem müssen Eltern keine Angaben mehr zum Vermögen machen, wenn sie kein erhebliches Vermögen haben. Die Regelung erleichtert die Beantragung. Der Kinderzuschlag kann dadurch höher ausfallen.
  • Aber es bleibt dabei, dass nur Familien mit kleinen Einkommen den KiZ bekommen können. An den Einkommensbereichen ändert sich nichts.

Es bleibt auch dabei, dass für die Beantragung Angaben zum Einkommen der Kinder und zu den Wohnkosten der Familien gemacht werden müssen. Diese werden bei der Prüfung des Anspruchs und der Berechnung der KiZ-Höhe berücksichtigt.

Alle Regelungen zum Notfall-KiZ gelten für den Zeitraum vom 1. April bis 30. September 2020. Sie sind ein Bestandteil des Sozialschutzpakets der Bundesregierung. Sie entlasten auch die Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit, sodass diese mehr Kapazitäten für den Notfall-KiZ hat.

Mit dem KiZ-Lotsen können Sie prüfen, ob Sie den Kinderzuschlag oder den Notfall-KiZ bekommen können. Bei der Bundesagentur für Arbeit können Sie seit dem 1. April 2020 den Notfall-Kinderzuschlag online beantragen.

Hier finden Sie weitere Fragen und Antworten zum Notfall-KiZ.

Die Elterngeldregelungen sollen für betroffene Familien zeitlich befristet angepasst werden, um sie in der aktuellen Lebenslage weiterhin effektiv mit dem Elterngeld unterstützen zu können. Das Familienministerium strebt an, die Anpassungen so zügig wie möglich durch das Kabinett und das parlamentarische Verfahren zu bringen.

Hier finden Sie weitere Informationen zu den geplanten Anpassungen beim Elterngeld anlässlich der Corona-Pandemie.

Wenn Sie wegen der vorübergehend geschlossenen Kitas und Schulen nicht arbeiten können und einen Verdienstausfall haben, weil Sie Ihr Kind bis 12 Jahre selbst betreuen müssen, können Sie eine Entschädigungszahlung bekommen. Für Kinder mit Behinderung, die auf Hilfe angewiesen sind, gibt es keine Altersgrenze.

Diese Entschädigung soll Sie gegen übermäßige Einkommenseinbußen absichern und ist im Infektionsschutzgesetz geregelt (§ 56 Abs. 1a IfSG). Viele Eltern, deren Kinder noch keinen Anspruch auf Notbetreuung in Kita oder Schule haben, stehen vor existenziellen Herausforderungen: sie müssen die Betreuung ihrer Kinder sicherstellen und mit ihrer eigenen Erwerbstätigkeit vereinbaren.

Sie können die Entschädigung von 67 Prozent des monatlichen Nettoeinkommens (maximal 2.016 Euro für einen vollen Monat) für bis zu zehn Wochen erhalten. Wenn Sie alleinerziehend sind, bis zu 20 Wochen. Der Maximalzeitraum muss nicht am Stück genommen, sondern kann tageweise aufgeteilt werden. So können Eltern, deren Kinder nur tageweise in Kita oder Schule betreut werden, die Zahlung über einen längeren Zeitraum beziehen. Die Gesetzesregelung über die Entschädigung gilt bis zum Jahresende 2020. Die Auszahlung übernimmt Ihr Arbeitgeber in den ersten sechs Wochen.

Zuständig für die Durchführung der Regelung sind die Länder, verbindliche Auskünfte zur konkreten Handhabung durch die zuständigen Behörden können nur dort eingeholt werden. 

Hier finden Sie Informationen zum Antrag auf Entschädigungen bei Quarantäne, Tätigkeitsverbot oder Schul- und Kitaschließungen

Weitere Fragen und Antworten zum Entschädigungsanspruch für Eltern bei Verdienstausfall und andere arbeitsrechtliche Fragen zum Coronavirus wie Kurzarbeit gibt es auf der Website des Bundesministeriums für Gesundheit.

Es gibt auch die Möglichkeit zur Lohnfortzahlung. Diese ist jedoch auf wenige, in der Regel zwei bis drei Tage, begrenzt. Voraussetzung ist, dass es keine anderen Möglichkeiten der Kinderbetreuung gibt, zum Beispiel Ehepartner oder andere Eltern in der Nachbarschaft.

Falls es im Falle zwingend notwendiger Kinderbetreuung für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu Lohneinbußen kommt, gibt es daher die Möglichkeit des Lohnersatzes.

Einige Bundesländer und Kommunen haben bereits erklärt, für die Dauer der Schließungen Kostenbeiträge teilweise oder sogar vollständig zu erstatten. Hierfür sind die Länder und Kommunen zuständig. Mehr Informationen erhalten Sie beim Familien-Landesministerium Ihres Bundeslandes.

Während einer Kurzarbeit verringert ein Unternehmen vorübergehend die Arbeitszeit seiner Beschäftigten. Manche Arbeitgeber können diese Maßnahmen aufgrund der Auswirkungen des Coronavirus treffen. In dem Fall können betroffene Beschäftigte Kurzarbeitergeld erhalten. Diese Leistung muss der Arbeitgeber beantragen. Das Kurzarbeitergeld fällt für Familien höher aus als für Kinderlose.

Rückwirkend zum 1. März 2020 wurde der Zugang zum Kurzarbeitergeld vereinfacht, um Arbeitsplätze zu sichern. Es reicht, wenn 10 Prozent der Beschäftigten eines Betriebes von Arbeitsausfall betroffen sind, damit ein Unternehmen Kurzarbeit beantragen kann. Bisher waren es ein Drittel der Beschäftigten. Auch werden die Sozialversicherungsbeiträge nun vollständig von der Bundesagentur für Arbeit erstattet.

Weitere arbeitsrechtliche Fragen zum Coronavirus wie Kurzarbeit gibt es auf der Website des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.

Mehr Informationen finden Sie auf der Website der Bundesagentur für Arbeit.

Während der Kurzarbeit können schwangere und stillende Frauen mit Beschäftigungsverbot die vollen Mutterschaftsleistungen erhalten. Dafür haben das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gemeinsam mit dem Bundesministerium für Gesundheit und dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales das

Diese Informationen sollen vor allem Arbeitgebern eine Orientierung zu dem Verhältnis von Mutterschaftsleistungen und Kurzarbeit geben.

Für die rechtsverbindliche Entscheidung über die Gewährung von Kurzarbeitergeld ist die Bundesagentur für Arbeit zuständig. Die Erstattungsstellen für die Mutterschaftsleistungen sind die gesetzlichen Krankenkassen und das Bundesamt für Soziale Sicherung.

Weitere Informationen zum Mutterschutz im Hinblick auf die Covid19-Pandemie finden Sie in dem Informationspapier zu Mutterschutz und SARS-COV-2 auf der Internetseite der Geschäftsstelle des Ausschusses für Mutterschutz.

Die Jobcenter und die Bundesagentur für Arbeit sind ab dem 18. März 2020 vorerst geschlossen. Kundinnen und Kunden der Bundesagentur für Arbeit müssen ihre Termine nicht absagen. Es gibt keine Nachteile, Rechtsfolgen oder Sanktionen durch entfallene Termine. Fristen in Leistungsfragen werden vorerst ausgesetzt. Die Kundinnen und Kunden erhalten rechtzeitig eine Nachricht, wenn sich diese Regelungen ändern.

Aktuell arbeiten die Arbeitsagenturen an der Einrichtung von lokalen Rufnummern, um die zentrale Rufnummer zu entlasten. Die Rufnummern werden auf der Website der Bundesagentur für Arbeit bekanntgegeben. Den Antrag auf Arbeitslosengeld können Sie online ausfüllen, das Antragsformular für das Arbeitslosengeld II herunterladen.

Um die Menschen davor zu bewahren, in eine existenzielle Notlage zu geraten, wird der Zugang zur Grundsicherung vereinfacht. Wer zwischen dem 1. März und dem 30. Juni 2020 einen Antrag auf Leistungen der Grundsicherung stellt und erklärt, über kein erhebliches Vermögen zu verfügen, darf Erspartes behalten. Außerdem werden die Ausgaben für Wohnung und Heizung in den ersten sechs Monaten des Leistungsbezugs in tatsächlicher Höhe anerkannt. Niemand soll wegen zu hoher Ausgaben für Wohnen jetzt umziehen müssen.

Diese Ausnahmeregelungen sind Teil des Sozialschutz-Pakets, das bis zum 29. März 2020 in Kraft treten soll.

Wenn Sie Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) bekommen, sollen Sie keine finanziellen Nachteile erleiden, wenn Ihre Ausbildungsstätte wegen der COVID 19 Pandemie vorübergehend geschlossen oder der Semesterbeginn verschoben wird. BAföG wird bis auf Weiteres weiter gewährt. Hier finden Sie weitere Informationen für BAföG-Geförderte. Auch das Bundesministerium für Bildung und Forschung beantwortet Fragen zu Ausbildungsförderung und Corona-Krise. 

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) informiert zum Thema Coronavirus und Ausbildung. Fragen zu Ihrer konkreten regionalen Situation beantwortet Ihre IHK vor Ort.

Natürlich gelten auch jetzt die Angebote für Menschen in Krisensituationen:

Hier finden Sie weitere Krisentelefone und Anlaufstellen in Notlagen.

Informationen für Schwangere und Eltern von Säuglingen, zu häuslicher Quarantäne, zur Nachbarschaftshilfe und weitere Tipps für Eltern finden Sie unter Informationen für den Alltag zum Umgang mit dem Coronavirus und auf dem Internetportal des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen: Hilfe und Beratung für Schwangere und Eltern mit Kindern bis 3 Jahre: Elternsein.info.

Damit zu Hause keine Langeweile aufkommt, gibt es hier einige Tipps für Kinder in der Corona-Zeit.

Tagesaktuelle Informationen zum Coronavirus finden Sie beim Bundesministerium für Gesundheit.

Auf Zusammengegencorona.de des Bundesgesundheitsministeriums finden Sie verlässliche Antworten und konkrete Informationen, wie Sie sich schützen und anderen helfen können, unter anderem auch spezielle Informationen für den Alltag und Familien.

Wenden Sie sich telefonisch an Ihren Hausarzt oder wählen Sie die 116117 - die Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes, wenn Sie denken, Sie könnten sich mit dem Coronavirus infiziert haben. 

Wichtig: Gehen Sie nicht unangekündigt in eine Arztpraxis oder Apotheke, so schützen Sie Ihre Mitmenschen im Falle einer Infektion.

Weitere bundesweite Hotlines und Kontaktdaten zum Thema:

  • Unabhängige Patientenberatung Deutschland - 0800 011 77 22
  • Bundesministerium für Gesundheit (Bürgertelefon) - 030 346 465 100
  • Allgemeine Erstinformation und Kontaktvermittlung - Behördennummer 115
  • www.115.de

Der Bürgerservice des Bundesministeriums für Gesundheit bietet einen Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte:

Videos zum Coronavirus in Gebärdensprachen finden Sie auf dem Youtube-Kanal des BMG.

Hier finden Sie Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache.