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Welche Steuerentlastungen gibt es, wenn mein Kind oder ich eine Behinderung haben?

Eltern, die ein Kind mit Behinderung pflegen oder selbst mit Behinderungen leben, können verschiedene Steuerentlastungen erhalten. Durch Medikamente, Betreuung und benötigte Hilfsmittel haben Menschen mit Behinderungen oft hohe Kosten im Alltag. Um Steuern zu sparen, gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Dieser Betrag deckt regelmäßige Kosten ab, die durch Mehraufwände einer Behinderung entstehen. Dazu gehören zum Beispiel ein erhöhter Wäscheverbrauch, Kosten der Unterbringung in einem Heim oder Kosten für Medikamente. Die Höhe des Pauschbetrags hängt vom Grad der Behinderung Ihres Kindes oder vom Grad Ihrer Behinderung ab.

Menschen mit Behinderungen, die hilflos oder blind sind, erhalten einen erhöhten Pauschbetrag von 3.700 Euro.

Als Eltern können Sie den Behinderten-Pauschbetrag Ihres Kindes auf sich übertragen. Hierzu müssen Sie in Ihrer Steuererklärung in der „Anlage Kind“ die entsprechenden Zeilen ausfüllen. Übersteigen Ihre Kosten den Pauschbetrag, können Sie die Rechnungen bei Ihrem Finanzamt einreichen und als außergewöhnliche Belastungen absetzen.

Mehr Informationen über den Behinderten-Pauschbetrag finden Sie in der Broschüre Ratgeber für Menschen mit Behinderungen im Kapitel 17 "Steuerliche Erleichterungen" des Bundesarbeitsministeriums.

Ist Ihr Kind zudem aufgrund der Behinderung auf fremde Hilfe angewiesen, dann können Sie als Eltern oder pflegende Angehörige einen Pauschbetrag erhalten. Hierzu müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden:

  • Sie müssen ein Angehöriger oder eine Angehörige des Kindes sein. Dazu gehören: Eltern, Geschwister, Großeltern, Tante und Onkel. Oder Sie stehen dem Kind sehr nahe, zum Beispiel als Schwiegermutter.
  • Das Kind hat im Schwerbehindertenausweis das Merkzeichen „H“.
  • Sie pflegen das Kind in Ihrer oder in der Wohnung des Kindes.
  • Sie pflegen das Kind selbst. Sie dürfen sich Hilfe von einem ambulanten Pflegedienst holen, jedoch müssen Sie mindestens zu 10 Prozent an der Pflege beteiligt sein.
  • Sie beziehen kein Geld für die Betreuung.

Pflegen Sie zwei Kinder, verdoppelt sich der Pflege-Pauschbetrag. Teilen Sie sich die Pflege mit anderen Angehörigen, wird der Pauschbetrag dementsprechend aufgeteilt.

Mehr Informationen über den Pflege-Pauschbetrag finden Sie in der Broschüre Ratgeber für Menschen mit Behinderungen im Kapitel 17 "Steuerliche Erleichterungen" des Bundesarbeitsministeriums.

Menschen mit einer Schwerbehinderung können von der Kraftfahrzeugsteuer ganz oder teilweise befreit werden, wenn der Grad der Behinderung beträgt mindestens 50 beträgt.

Mit den Merkzeichen H, BI oder aG im Schwerbehindertenausweis, entfällt die Kraftfahrzeugsteuer ganz.

Wenn die Bewegungsfähigkeit aufgrund der Behinderung erheblich beeinträchtig ist oder der Fahrzeugnutzer gehörlos ist, dann muss nur die Hälfte der Fahrzeugsteuer bezahlt werden.

Als Eltern eines Kindes mit Behinderung können Sie ebenfalls bei der Kraftfahrzeugsteuer sparen. Hierbei ist wichtig, dass das Fahrzeug auf dem Namen Ihres Kindes zugelassen ist. Das Auto darf nur benutzt werden, um das Kind an einen anderen Ort zu fahren oder wenn es für die Führung des Haushaltes des Kindes wichtig ist (zum Beispiel Einkäufe).

Mehr Informationen über die Steuerentlastungen für Fahrzeuge, die auf schwerbehinderte Menschen zugelassen sind, finden Sie unter Zoll.de und auf dem Steuermerkblatt des Bundesverbands für körper- und mehrfachbehinderter Menschen e.V..