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Welche Angebote gibt es für Eltern?

Wenn Sie Hilfe, Rat oder Unterstützung bei der Erziehung benötigen oder nicht mehr allein zurechtkommen, können Sie sich an Jugendämter, Beratungsstellen oder Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe wenden.

Die Angebote der Kinder- und Jugendhilfe umfassen unter anderem eine Beratung in allgemeinen Fragen der Erziehung, in Fragen der Partnerschaft oder Trennung und Scheidung, Beratung und Unterstützung bei der Ausübung der Personensorge und des Umgangsrechts.

Daneben gibt es die Hilfen zur Erziehung. Hilfen zur Erziehung sind individuelle oder therapeutische Maßnahmen. Sie können ambulant, teilstationär oder stationär sein.

Hilfen zur Erziehung können Sie bei Ihrem Jugendamt beantragen.

Hilfen zur Erziehung sind Angebote für Beratung, Betreuung und Hilfe durch professionelle Fachkräfte. Sie werden erbracht, wenn eine dem Kindeswohl entsprechende Erziehung nicht gewährleistet ist. Dies kann beispielsweise der Fall sein bei:

  • schwierigen Phasen in der Entwicklung Ihres Kindes,
  • Schwierigkeiten bei der Bewältigung des Familienalltages,
  • Krisen durch Trennung oder Scheidung,
  • bei Problemen mit Sucht, Gewalt oder Vernachlässigung oder
  • psychischen Problemen.

Sie können Hilfen zur Erziehung bei Ihrem Jugendamt beantragen.

Hilfe zur Erziehung können Sie beantragen, wenn Sie das Sorgerecht für Ihr Kind haben, als

Der Anstoß kann auch vom Kind oder Jugendlichen selbst ausgehen. Kinder und Jugendliche haben das Recht, sich in allen Angelegenheiten der Erziehung und Entwicklung an das Jugendamt oder andere Beratungsstellen, wie zum Beispiel Erziehungsberatungsstellen zu wenden.

Die Hilfen werden freiwillig angenommen. Eine Zwangsbetreuung gibt es nicht. Erst, wenn das Kindeswohl gefährdet ist, zum Beispiel bei Kindesvernachlässigung, kann das Familiengericht bestimmte Maßnahmen anordnen. 

Es gibt sehr unterschiedliche Formen von Hilfen zur Erziehung. Das Jugendamt klärt mit Ihnen und Ihrem Kind in Gesprächen, welche Maßnahmen für Sie geeignet sind.

Sie wählen gemeinsam mit Ihrem Kind und dem Jugendamt die Hilfe aus, die für die Entwicklung Ihres Kindes geeignet und notwendig ist. 

Wenn die Hilfe voraussichtlich länger dauert, stellt das Jugendamt gemeinsam mit Ihnen und Ihrem Kind einen Hilfeplan auf. Darin sind die Entscheidungsgrundlagen, die einzelnen Leistungen und die angestrebten Ziele festgeschrieben. Der Hilfeplan wird regelmäßig geprüft und fortgeschrieben.

Zu den typischen Formen der Hilfen zur Erziehung zählen:

Familienunterstützende Hilfen, zum Beispiel

  • Erziehungsberatung,
  • sozialpädagogische Familienhilfe,
  • soziale Gruppenarbeit oder
  • Erziehungsbeistände.

Familienergänzende Hilfen, zum Beispiel

  • Tagesgruppen

Hilfen, in denen das Kinder oder der Jugendliche außerhalb der eigenen Familie untergebracht ist, zum Beispiel 

  • Vollzeitpflege,
  • Heimerziehung oder
  • sonstige Wohnformen und
  • intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung.