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Beratung für pflegende Kinder und Jugendliche - jetzt auch per Chat

Das Projekt "Pausentaste" zur Unterstützung pflegender Kinder und Jugendlicher wird erweitert: Ab sofort können sich Betroffene auch in einem Chat beraten lassen - zwei Mal wöchentlich stehen dafür Fachleute vom Kinder- und Jugendtelefon "Nummer gegen Kummer" bereit. 

Das Bild zeigt Dr. Franziska Giffey am Rednerpult
Dr. Franziska Giffey eröffnet das Netzwerktreffen zum Projekt "Pausentaste" © BMFSFJ

Am 29. Oktober fand in Berlin das dritte Netzwerktreffen des Projekts "Pausentaste - Wer anderen hilft, braucht manchmal selber Hilfe" statt. Das Projekt, 2018 vom Bundesfamilienministerium gestartet, unterstützt Kinder und Jugendliche, die sich um pflegende Angehörige kümmern. Ab sofort können sie sich auch in einem Chat beraten lassen. Zwei Mal in der Woche stehen Fachleute vom Kinder- und Jugendtelefon "Nummer gegen Kummer" bereit. Schon die bisherigen Angebote werden gut angenommen. Seit Beginn im Januar 2018 verzeichnete die Webseite www.pausentaste.de über 50.000 Besuche. Zudem wurden bereits rund 3300 Beratungen per Telefon oder E-Mail mit Betroffenen geführt.

Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey:

Auch pflegende Kinder brauchen Pausen. Sie brauchen jemanden zum Zuhören. Sonst wird aus Pflege Stress, Überforderung und Einsamkeit. Dann ist keine Kraft mehr für Schule, Freunde und Freizeit. Ich habe größten Respekt davor, was pflegende Kinder und Jugendliche für ihre Geschwister oder Eltern täglich leisten und wünsche mir, dass die 'Pausentaste' bei allen bekannt wird, die es angeht - und gedrückt wird, wann immer es nötig ist. Damit sie ihre Gedanken, Sorgen und Ängste loswerden oder sich Rat holen können. Sie müssen wissen, dass sie nicht allein sind und bestmöglich unterstützt werden.

Laut einer Studie der Universität Witten-Herdecke (2018) im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums kümmern sich bundesweit rund 479.000 Kinder und Jugendliche um chronisch kranke oder pflegebedürftige Angehörige und helfen bei den unterschiedlichsten Aufgaben: Sie kochen Essen, gehen einkaufen oder putzen. Manchmal übernehmen sie aber auch echte pflegerische Aufgaben. Oft machen sie sich viele Sorgen um ihre hilfe- und pflegebedürftigen Angehörigen, haben neben Schule und Pflege zu wenig Freizeit, sind körperlich angestrengt und haben niemanden, um über ihre Situation zu reden.

Im Januar 2018 ist das Projekt "Pausentaste - Wer anderen hilft, braucht manchmal selber Hilfe“" des Bundesfamilienministeriums an den Start gegangen. Das Projekt will junge Pflegende bundesweit durch ein niedrigschwelliges Beratungsangebot unterstützen. Die "Pausentaste" soll ihnen helfen, Pausen einzulegen, zu reflektieren und Hilfsangebote wahrzunehmen oder über die eigene Situation zu sprechen - auch anonym. Das Angebot umfasst die Website www.pausentaste.de sowie eine telefonische Beratung und eine E-Mail-Beratung beim Kinder- und Jugendtelefon der "Nummer gegen Kummer". Hinzu kommt nun die Beratung per Chat.

Pflegende Kinder und Jugendliche erreichen das Kinder- und Jugendtelefon der "Nummer gegen Kummer" unter der kostenlosen Nummer 116 111. Die Beratung ist anonym und wird von Montag bis Samstag jeweils von 14 bis 20 Uhr angeboten. An Samstagen findet zudem eine "Peer-to-Peer"-Beratung durch speziell ausgebildete Beraterinnen und Berater im Alter von 16 bis 21 Jahren statt.

Die ebenfalls anonyme E-Mail-Beratung über www.nummergegenkummer.de ist rund um die Uhr erreichbar. Der Chat ist unter nummergegenkummer.de und pausentaste.de erreichbar. Die Beratung durch Fachkräfte des Vereins Nummer gegen Kummer e.V. wird zu folgenden Zeiten angeboten: Mittwoch von 15 bis 17 Uhr und Freitag von 16- bis 18 Uhr.

Parallel zum Projekt "Pausentaste" unterstützt das Bundesfamilienministerium regelmäßige Treffen zum Austausch mit Akteurinnen und Akteuren, die Informations- und Hilfsangebote für pflegende Kinder und Jugendliche in verschiedenen Regionen anbieten. In diesem Rahmen wurde auch ein Netzwerk, dem mittlerweile 70 Initiativen angehören, ins Leben gerufen. Das dritte Netzwerktreffen fand am 29. Oktober in Verbindung mit einem Fachtag zum Thema "Trauerbegleitung von Kindern und Jugendlichen" im Bundesfamilienministerium in Berlin statt.