Navigation

Informationen für Familien zum Coronavirus

In der weltweiten Coronakrise sind wir alle gefragt - jede und jeder muss mithelfen, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Dabei ist es wichtig, wenn möglich zuhause zu bleiben, gut aufeinander Acht zu geben und sich dennoch gegenseitig zu unterstützen. Familien, ältere Menschen, Engagierte, Kinder, Schwangere - alle stellt das Coronavirus vor ganz individuelle Herausforderungen. Die Bundesregierung steht in dieser herausfordernden Situation eng an Ihrer Seite.
Diese Übersicht bietet wichtige Informationen über staatliche Hilfen und Serviceangebote - sie wird fortlaufend aktualisiert.

Die Ausbreitung des Corona-Virus stellt viele Familien vor große organisatorische und finanzielle Probleme: Eltern müssen wegen Kita- und Schulschließungen die Betreuung ihrer Kinder selbst organisieren, können ihrer Arbeit nicht in vollem Umfang nachgehen, sind in Kurzarbeit oder haben wegen ausbleibender Aufträge gravierende Einkommenseinbußen.

Um Familien mit kleinen Einkommen und Verdienstausfällen zu unterstützen, plant das Bundesfamilienministerium deshalb den Notfall-Kinderzuschlag (KiZ). Der Notfall-KiZ beträgt bis zu 185 Euro pro Kind monatlich und soll ab dem 1. April 2020 gelten.

Bisher war das Durchschnittseinkommen der letzten 6 Monate die Berechnungsgrundlage für den Kinderzuschlag. Für den Notfall-KiZ wird nun der Berechnungszeitraum deutlich verkürzt. Ab April müssen Familien, die einen Antrag auf den KiZ stellen, nur noch das Einkommen des letzten Monats vor der Antragstellung nachweisen. Diese Regelung soll befristet bis zum 30. September 2020 gelten.

Bei der Bundesagentur für Arbeit können Sie den Kinderzuschlag online beantragen, so müssen Sie den Antrag nicht persönlich in der Familienkasse abgeben.
Mit dem KiZ-Lotsen können Sie prüfen, ob Sie den Kinderzuschlag bekommen können.

Seit dem 16. März 2020 schließen die deutschen Bundesländer weitgehend die Schulen und Kitas oder heben die Schulpflicht auf. Die Länder haben dabei unterschiedliche Regelungen getroffen. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können zur Betreuung ihrer Kinder für einen kurzen Zeitraum ihrem Arbeitsplatz fernbleiben, ohne dass sie weniger Lohn bekommen. Voraussetzung ist, dass es keine anderen Möglichkeiten der Kinderbetreuung gibt, zum Beispiel Ehepartner oder andere Eltern in der Nachbarschaft. Die Möglichkeit zur Lohnfortzahlung bei Kinderbetreuung ist jedoch auf wenige, in der Regel zwei bis drei Tage, begrenzt.

Falls es im Falle zwingend notwendiger Kinderbetreuung für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu Lohneinbußen kommt, soll es daher die Möglichkeit des Lohnersatzes geben.

Wer wegen Schul- oder Kitaschließung die eigenen Kinder betreuen muss und daher nicht zur Arbeit kann, soll gegen übermäßige Einkommenseinbußen abgesichert werden. Dafür wird aktuell das Infektionsschutzgesetz angepasst. Eltern erhalten demnach eine Entschädigung von 67 Prozent des monatlichen Nettoeinkommens (maximal 2.016 Euro) für bis zu sechs Wochen. Die Auszahlung übernimmt der Arbeitgeber, der bei der zuständigen Landesbehörde einen Erstattungsantrag stellen kann. Voraussetzung dafür ist,

  • dass die erwerbstätigen Eltern Kinder unter 12 Jahren zu betreuen haben, weil eine Betreuung anderweitig nicht sichergestellt werden kann,
  • dass Gleitzeit- beziehungsweise Überstundenguthaben sowie Urlaub ausgeschöpft sind.

Die Neuregelung des Infektionsschutzgesetzes ist Teil eines Sozialschutz-Pakets, das am 29. März 2020 in Kraft treten soll.

Antworten auf weitere arbeitsrechtliche Fragen zum Coronavirus gibt es auf der Website des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.

Zumeist haben Eltern in systemrelevanten Berufen - etwa in der medizinischen Versorgung, bei der Polizei oder im Bereich kritische Infrastruktur - einen Anspruch auf eine "Notbetreuung" ihrer Kinder. Die Bundesländer haben unterschiedliche Regelung dazu erlassen. Mehr Informationen dazu bieten die Internetseiten der Länder und Kommunen.

Während einer Kurzarbeit verringert ein Unternehmen vorübergehend die Arbeitszeit seiner Beschäftigten. Manche Arbeitgeber können diese Maßnahmen aufgrund der Auswirkungen des Coronavirus treffen. In dem Fall können betroffene Beschäftigte Kurzarbeitergeld erhalten. Diese Leistung muss der Arbeitgeber beantragen. Das Kurzarbeitergeld fällt für Familien höher aus als für Kinderlose.

Rückwirkend zum 1. März 2020 wurde der Zugang zum Kurzarbeitergeld vereinfacht, um Arbeitsplätze zu sichern. Es reicht, wenn 10 Prozent der Beschäftigten eines Betriebes von Arbeitsausfall betroffen sind, damit ein Unternehmen Kurzarbeit beantragen kann. Bisher waren es ein Drittel der Beschäftigten. Auch werden die Sozialversicherungsbeiträge nun vollständig von der Bundesagentur für Arbeit erstattet.

Mehr Informationen finden Sie auf der Website der Bundesagentur für Arbeit.

Die Jobcenter und die Bundesagentur für Arbeit sind ab dem 18. März 2020 vorerst geschlossen. Kundinnen und Kunden der Bundesagentur für Arbeit müssen ihre Termine nicht absagen. Es gibt keine Nachteile, Rechtsfolgen oder Sanktionen durch entfallene Termine. Fristen in Leistungsfragen werden vorerst ausgesetzt. Die Kundinnen und Kunden erhalten rechtzeitig eine Nachricht, wenn sich diese Regelungen ändern.

Aktuell arbeiten die Arbeitsagenturen an der Einrichtung von lokalen Rufnummern, um die zentrale Rufnummer zu entlasten. Die Rufnummern werden auf der Website der Bundesagentur für Arbeit bekanntgegeben. Den Antrag auf Arbeitslosengeld können Sie online ausfüllen, das Antragsformular für das Arbeitslosengeld II herunterladen.

Um die Menschen davor zu bewahren, in eine existenzielle Notlage zu geraten, wird der Zugang zur Grundsicherung vereinfacht. Wer zwischen dem 1. März und dem 30. Juni 2020 einen Antrag auf Leistungen der Grundsicherung stellt und erklärt, über kein erhebliches Vermögen zu verfügen, darf Erspartes behalten. Außerdem werden die Ausgaben für Wohnung und Heizung in den ersten sechs Monaten des Leistungsbezugs in tatsächlicher Höhe anerkannt. Niemand soll wegen zu hoher Ausgaben für Wohnen jetzt umziehen müssen.

Diese Ausnahmeregelungen sind Teil des Sozialschutz-Pakets, das bis zum 29. März 2020 in Kraft treten soll.

Da, wo es möglich ist, können Homeoffice-Lösungen dazu beitragen, die aktuelle Situation zu bewältigen. Verschiedene digitale Tools können Sie bei der Arbeit im Home-Office unterstützen, zum Beispiel für Telefonkonferenzen, Videokonferenzen, Projektmanagement, Cloud-Speicher, Soziale Intranets oder Textverarbeitung. Das Deutsche Rote Kreuz hat eine Übersicht erstellt verschiedener digitaler Anwendungen für das Home-Office und dabei darauf geachtet, dass diese die EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) erfüllen oder zumindest wahrscheinlich erfüllen.

Wenn Sie Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) bekommen, sollen Sie keine finanziellen Nachteile erleiden, wenn Ihre Ausbildungsstätte wegen der COVID 19 Pandemie vorübergehend geschlossen oder der Semesterbeginn verschoben wird. BAföG wird bis auf Weiteres weiter gewährt. Hier finden Sie weitere Informationen für BAföG-Geförderte. Auch das Bundesministerium für Bildung und Forschung beantwortet Fragen zu Ausbildungsförderung und Corona-Krise. 

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) informiert zum Thema Coronavirus und Ausbildung. Fragen zu Ihrer konkreten regionalen Situation beantwortet Ihre IHK vor Ort.

Es gibt derzeit keinen Hinweis darauf, dass Schwangere durch das Coronavirus gefährdeter sind als andere Bevölkerungsgruppen. Wenn Sie sich in Selbstisolation befinden, sollten Sie Ihren Frauenarzt oder Ihre Frauenärztin informieren, um geplante vorgeburtliche Termine eventuell zu verschieben.

Weitere wichtige Fragen für schwangere und stillende Frauen hat die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe hier beantwortet:

Die Auswirkungen des Coronavirus verunsichern auch viele Kinder. Eltern und andere Bezugspersonen sollten mit ihren Kindern mit Zuwendung und Geduld über das Thema reden.

Eine besondere Herausforderung gibt es für Familien in häuslicher Quarantäne. Das gilt verstärkt für Familien, in denen bestimmte Mitglieder aufgrund einer Coronavirus-Infektion oder eines Verdachtsfalles separiert werden müssen. Eltern sollten ihren Kindern nicht nur die Situation, sondern auch die Gründe dafür erklären. Erklären Sie Ihrem Kind, warum es momentan die Großeltern oder Freunde nicht besuchen kann. Eine Tagesroutine kann helfen, die durch entfallende Schul- und Kitabesuche übliche Struktur zu ersetzen.

Weitere Hilfestellungen für Eltern hat die Bundesregierung auf ihrer Website gesammelt.

Wie können Sie nun den Alltag mit Ihrer Familie in dieser besonderen Situation am besten gestalten? Auf den Webseiten Ihres Wohnorts oder Bundeslands beispielsweise können Sie spezielle Informationen für Ihre Region finden. Eine kleine Auswahl an Hinweisen und Tipps finden Sie im Folgenden:

Apps und digitale Angebote für Kinder

Digitale Lernangebote

Viele Schulen haben für die Zeit, in der sie geschlossen haben, Material für die Schülerinnen und Schüler zusammengestellt. Darüber hinaus gibt es auch online viele Seiten, die Lern- und Unterrichtsmaterial für Kinder verschiedenen Alters anbieten. Einige der Angebote sind aktuell kostenlos:

Fachübergreifende Lernplattformen für Grundschulkinder:

  • Lehrermarktplatz - Unterrichtsmaterialien für alle Fächer und Bundesländer
  • scoyo - Interaktive Lernvideos und Übungen für Klasse 1-7.
  • Anton - Deutsch, Mathe, Sachkunde, Bio und Musik für die Klassen 1-10
  • Duden Learnattack bietet breites Lern-Angebot (jetzt 2 Monate kostenlos)

Lernplattformen für Grundschulkinder mit den Schwerpunkten Mathematik/Naturwissenschaften:

  • bettermarks - Interaktive Matheaufgaben für die 4.-10. Klasse.
  • Matific - Interaktive Matheaufgaben vom Kindergarten bis zur 6. Klasse.
  • ClassNinjas - Mathe-Skills für die 5.-8. Klasse

Medien und Lernprogramme für die weiterführenden Schulen:

Um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, müssen Betroffene oder Kontaktpersonen einige Zeit in häuslicher Quarantäne verbringen. Das kann psychisch belastend sein. Dagegen können regelmäßige Kontakte über Telefon oder soziale Medien helfen. Eine tägliche Routine bringt Struktur in den Alltag.

Weitere Tipps für betroffene Menschen finden Sie auf der Website der Bundesregierung.

Natürlich gibt es aber auch organisatorische Herausforderungen in der häuslichen Quarantäne. Hier ist Hilfe unter Nachbarn besonders wichtig, insbesondere dann, wenn ältere Menschen in der Nachbarschaft wohnen. Menschen in Quarantäne sind darauf angewiesen, dass andere Leute ihre Einkäufe erledigen oder mit ihrem Hund spazieren gehen. Aber auch für gefährdete Bevölkerungsgruppen ist es ein großer Vorteil, wenn sie nicht selbst in den Supermarkt gehen müssen. Organisieren Sie sich zum Beispiel in Ihrer Hausgemeinschaft und zeigen Sie sich solidarisch. 

Rufen Sie, wenn möglich, bei Ihren Nachbarinnen und Nachbarn an, gehen Sie vorbei und erkundigen Sie sich - mit dem gegebenen Sicherheitsabstand - ob Hilfebedarf besteht. Oder hängen Sie einen Zettel im Hausflur aus. Informationen und Vordrucke bieten verschiedene Plattformen wie etwa das Netzwerk für Nachbarn Nebenan.de.

Natürlich gelten auch jetzt die Angebote für Menschen Krisensituationen:

Hier finden Sie weitere Krisentelefone und Anlaufstellen in Notlagen.

Die Deutsche Depressionshilfe hat Hinweise für an Depression erkrankter Menschen während der Corona-Krise zusammengestellt und führt weitere telefonische und digitale Unterstützungsangebote auf. 

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat mehrere Videos zur Infektionsvermeidung veröffentlicht:

Für Kinder hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung diese Informationen noch einmal altersgerecht aufbereitet:

Erklärfime der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zum Coronavirus selbst sind auf der Seite der Bundesregierung gesammelt. 

Tagesaktuelle Informationen zum Coronavirus finden Sie beim Bundesministerium für Gesundheit.

Auf Zusammengegencorona.de des Bundesgesundheitsministeriums finden Sie verlässliche Antworten und konkrete Informationen, wie Sie sich schützen und anderen helfen können, unter anderem auch spezielle Informationen für den Alltag und Familien.

Wenden Sie sich telefonisch an Ihren Hausarzt oder wählen Sie die 116117 - die Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes, wenn Sie denken, Sie könnten sich mit dem Coronavirus infiziert haben. 

Wichtig: Gehen Sie nicht unangekündigt in eine Arztpraxis oder Apotheke, so schützen Sie Ihre Mitmenschen im Falle einer Infektion.

Weitere bundesweite Hotlines und Kontaktdaten zum Thema:

  • Unabhängige Patientenberatung Deutschland - 0800 011 77 22
  • Bundesministerium für Gesundheit (Bürgertelefon) - 030 346 465 100
  • Allgemeine Erstinformation und Kontaktvermittlung - Behördennummer 115
  • www.115.de

Der Bürgerservice des Bundesministeriums für Gesundheit bietet einen Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte:

Videos zum Coronavirus in Gebärdensprachen finden Sie auf dem Youtube-Kanal des BMG.

Hier finden Sie Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache.