Leseförderung

Immer weniger Kinder und Jugendliche in Deutschland können sinnerfassend lesen. Die zuletzt veröffentlichten PISA-Ergebnisse bestätigen dieses Thema mit Nachdruck. Deshalb setzt das Bundesbildungsministerium sich für eine gemeinsame Initiative zur Leseförderung ein, bei der Familien, Bildungseinrichtungen, Politik und zivilgesellschaftliche Akteure zusammenwirken. Ziel ist ein strategischer Ansatz, der bestehende Initiativen miteinander verknüpft und die Leseförderung dauerhaft stärkt. Der Start ist 2027 geplant.

Das Bundesbildungsministerium unterstützt gezielt Projekte zur Förderung der Lesekompetenz von Kindern. Ziel ist es, die Sprach- und Lesefähigkeit von Kindern in Deutschland zu verbessern. 

Chancen

  • Frühe Leseförderung wirkt sich auf das ganze Leben aus. Wenn Kinder gut lesen lernen, legt das den Grundstein für einen gelingenden Bildungs- und Lebensweg.

  • Unsere Gesellschaft wird immer vielfältiger. Leseförderung kann dazu beitragen, allen Kindern und Jugendlichen einen gerechteren Zugang zu Bildung zu ermöglichen.

  • Leseförderung geht Hand in Hand mit der Förderung der digitalen Fähigkeiten von Kindern und Jugendlichen. Das ist unerlässlich für ihre kritische und selbstbestimmte gesellschaftliche Teilhabe.

Gut und sinnverstehend lesen zu können, entscheidet wie keine andere Fähigkeit über einen gelingenden Bildungs- und Lebensweg.

Rückansicht eines kleinen Kindes, das auf dem Boden sitzt und ein Kinderbuch aufgeschlagen hat
© Adobe Stock/lagom

Kinder starten in Deutschland mit immer diverseren sprachlichen Fähigkeiten in die Schule. Aber nur wenn alle Kinder gut lesen lernen, verfügen sie über die Schlüsselkompetenz, um in jedem Schulfach erfolgreich mitzuarbeiten, ihre Bildungschancen zu nutzen und ihr eigenes Leben so wie die Gesellschaft, in der sie aufwachsen, aktiv mitzugestalten. Das Bundesbildungsministerium unterstützt deshalb seit langem das Lesenlernen von ganz unterschiedlichen Ziel- und Altersgruppen.

Engagierte aus allen gesellschaftlichen Bereichen übernehmen Verantwortung für die Sprach- und Leseförderung von Kindern und Jugendlichen und schaffen ein öffentliches Bewusstsein für den Wert des Lesens. Jedes Jahr engagieren sich Leitungsmitglieder des Bundesbildungsministerium beim Bundesweiten Vorlesetag.

Gezielte Projekte für eine flächendeckende Leseförderung

Mit den verschiedenen Projekten zur Förderung der Lesekompetenz soll die Sprach- und Lesefähigkeit von Kindern in Deutschland gezielt verbessert werden.

Früh anfangen

Die Freude am Lesen beginnt lange vor dem ersten Schultag. Wenn Eltern ihren Kindern früh vorlesen, entdecken diese Geschichten, erweitern ihren Wortschatz und entwickeln Neugier auf Bücher. Hier setzt das Projekt "Lesestart 1-2-3" der Stiftung Lesen an. Das Projekt unterstützt Eltern dabei, ihren Kindern regelmäßig vorzulesen. Kinderärztinnen und -ärzte sowie Bibliotheken helfen dabei, Familien früh zu erreichen und den Zugang zur Welt der Bücher zu erleichtern.

Für Kinder, die mehrsprachig aufwachsen

Das Projekt "Lesestart: Geschichten sprechen Deine Sprache" der Stiftung Lesen stärkt Kinder, die mit mehreren Sprachen aufwachsen durch die gezielte Lese- und Sprachförderung in ihren Familien sowie in pädagogischen und sozialen Einrichtungen. Das Bundesbildungsministerium fördert das Projekt, in dessen Rahmen die Stiftung Lesen mehrsprachige Buchgeschenke, altersgerechte Lese- und Medienboxen sowie ein E-Learning-Programm für Fachkräfte zur Verfügung stellt.

Für Kinder mit Leseschwierigkeiten

Kinder starten mit immer diverseren sprachlichen Voraussetzungen in die Schule. Für diejenigen, die sich in der Schule mit dem Lesenlernen schwertun, kann die Unterstützung durch qualifizierte Mentoren und Mentorinnen die Wende bedeuten: Diese arbeiten für die Dauer eines Schuljahres individuell und nach dem 1:1-Prinzip mit dem Kind an der Verbesserung seiner Lesefähigkeit. Das Bundesbildungsministerium fördert das Projekt "MENTOR-Campus" des MENTOR Bundesverband e.V., das ehrenamtliche Mentorinnen und Mentoren qualifiziert und in Zukunft einen flexiblen Wechsel zwischen Präsenzlesestunden in der Schule und Online-Treffen ermöglicht.

Digitales Lesen

Neben dem analogen Lesen wird auch das digitale Lesen im Alltag immer wichtiger in den Bildungsverläufen von Kindern und Jugendlichen. Um digitale Texte ebenso gut lesen und verstehen zu können wie analoge, bedarf es zusätzlicher Kompetenzen, die durch den Einsatz digitaler Medien in der Leseförderung effizient vermittelt werden müssen.

Das Bundesbildungsministerium fördert deshalb das Projekt "Netzwerk Bibliothek Medienbildung" des Deutschen Bibliotheksverbands e.V. (dbv), das mit zahlreichen Fortbildungsveranstaltungen und Lernmaterialien ein vielfältiges Qualifizierungsangebot für Bibliotheksmitarbeitende rund um das Thema "digitale Medienbildung in Bibliotheken" umsetzt. Dabei werden sowohl medienpädagogische Grundlagen zum Beispiel zum Thema Fake News vermittelt, als auch aktuelle Trends und Herausforderungen aufgegriffen.