Durch das Bundesjugendministerium werden Gedenkstättenfahrten als politische Bildungsreisen an die Orte der ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslager gefördert. Dabei soll die Erinnerung an den Holocaust bei nachfolgenden Generationen wachgehalten und ein Beitrag dafür geleistet werden, Jugendlichen und jungen Erwachsenen historisches Wissen, Empathie für die Opfer sowie demokratische Werte zu vermitteln.
Seit Januar 2026 wir die Förderung mit zusätzlichen Mitteln der Bethe-Stiftung verdoppelt. Dadurch soll noch mehr jungen Menschen ein Gedenkstättenbesuch ermöglicht werden. Mit der finanziellen Stärkung des Programms unterstreichen das Bundesjugendministerium und die Bethe-Stiftung die Bedeutung außerschulischer Bildungsangebote als zentralen Baustein einer wirksamen historisch-politischen Bildungsarbeit.
Für junge Menschen ist es zentral, die deutsche Geschichte zu kennen, um sich selbstbewusst für demokratische Werte und den gesellschaftlichen Zusammenhalt einzusetzen. "Jugend erinnert" leistet in Zeiten zunehmender rechtsextremer Diskurse einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen Antisemitismus.
Ziel ist es zugleich, eine zeitgemäße Erinnerungskultur zu etablieren, die auch den Realitäten einer diversen Gesellschaft Rechnung trägt, die von Menschen unterschiedlicher Identitäten und Herkünften geprägt ist.
Jungen Menschen den Besuch von Lernorten ermöglichen
Die Träger haben inhaltlich und pädagogisch eine breite Gestaltungsfreiheit und können sich an den Interessen und Bedürfnissen der Jugendlichen orientieren. Eine zentrale Voraussetzung für die Förderung ist eine pädagogische Konzeption einschließlich einer intensiven Vor- und Nachbereitung der Gedenkstättenfahrt.
Die Fördersäule des Bundesjugendministeriums hat ein Volumen von 1,75 Millionen Euro. Konkret werden damit pro Jahr rund 200 Fahrten für über 6000 Jugendliche ermöglicht. Durch die Kooperation mit der Bethe-Stiftung wird diese Förderung jährlich verdoppelt. Künftig stehen damit insgesamt rund 3,5 Millionen Euro pro Jahr für noch mehr Gedenkstättenfahrten von Jugendgruppen zur Verfügung.
Anträge auf Förderung von außerschulischen Fahrten sind an die Zentralstelle der Internationalen Bildungs- und Begegnungswerk gGmbH zu richten.
Internationale historische Lernprojekte und Jugendbegegnungen fördern
Die Fördersäule des Auswärtigen Amtes und der Stiftung "Erinnerung Verantwortung Zukunft" fördert transnationale historische Lernprojekte mit einer Umsetzungsdauer von bis zu 18 oder 24 Monaten sowie mehrtägige Jugendbegegnungen und Fachaustausche. Die Ausschreibungen beziehen sich entweder auf historische Orte der nationalsozialistischen Verfolgung und Vernichtung oder beschäftigen sich ortsübergreifend mit zentralen Fragen europäischer Erinnerungskulturen. Um die Projektförderung können sich Gedenkstätten, Bildungseinrichtungen und Nichtregierungsorganisationen aus ganz Europa und Israel bewerben.
Gedenkstätten und Dokumentationszentren unterstützen
Die Förderlinie des Beauftragten für Kultur und Medien richtet sich an NS-Gedenkstätten und Dokumentationszentren in Deutschland. Seit 2020 ist zudem die Förderlinie zur Aufarbeitung des SED-Unrechts und seinen Folgen gestartet. Die aus diesen Mitteln geförderten Projekte zur Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus ermöglichen den Gedenkstätten in Deutschland die Weiterentwicklung ihrer pädagogischen Angebote. Sie haben eine Laufzeit von bis zu drei Jahren. Dabei werden junge Menschen sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren als Zielgruppen der Gedenkstätten in die Projektumsetzung einbezogen.
"Jugend erinnert" leistet seit Jahren wichtigen Beitrag
Seit 2015 fördert das Bundesjugendministerium mit Mitteln aus dem Kinder- und Jugendplan des Bundes Gedenkstättenfahrten von jungen Menschen im Alter von 14 bis einschließlich 26 Jahren, die außerhalb von Schule und Studium organisiert und durchgeführt werden. Das Programm “Jugend erinnert“ startete im Jahr 2019 und besteht aus drei Säulen, die vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, dem Auswärtigen Amt und der Beauftragten für Kultur und Medien umgesetzt und stetig weiterentwickelt werden.