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Können auch die Großeltern das Kindergeld bekommen?

Großeltern können Kindergeld bekommen, wenn sie mit ihren Enkeln in einem Haushalt leben. In diesem Fall können Sie der Familienkasse schriftlich mitteilen, dass das Kindergeld statt an einen Elternteil an einen der beiden Großeltern gezahlt werden soll. Damit kann sich ein höherer Kindergeldbetrag bei dem Großelternteil ergeben, wenn diesem etwa noch für Sie selbst oder für weitere eigene Kinder Kindergeld zusteht.

Auch das ist eine so genannte Berechtigten-Bestimmung.

Eine geschiedene Mutter mit drei Kindern (7, 5 und 3 Jahre alt) kehrt in den Haushalt ihres Vaters, des Großvaters der Kinder, zurück. In diesem Haushalt lebt auch noch ihr 17-jähriger Bruder. Für den Bruder kann nur ihr Vater Kindergeld erhalten. Dagegen können die Kinder der Mutter auch bei ihrem Vater, dem Großvater, als Enkelkinder berücksichtigt werden.

Verzichtet nun die Mutter gegenüber ihrem Vater (Großvater der Kinder) nicht auf ihren Vorrang, steht ihr für ihre drei Kinder Kindergeld in Höhe von (2 x 204 Euro) + (1 x 210 Euro) = 618 Euro zu, dem Großvater für den Bruder 204 Euro. Zusammen würde die gesamte Familie demnach 822 Euro Kindergeld im Monat erhalten.

Verzichtet die Mutter hingegen auf ihren Vorrang, indem sie den Großvater zum Berechtigten für ihre drei Kinder bestimmt, erhält dieser für den Bruder 204 Euro und für die drei Enkelkinder (1 x 204 Euro) + (1 x 210 Euro) + (1 x 235 Euro) = 853 Euro. Durch den Vorrangverzicht der Mutter erhöht sich also das monatliche Kindergeld für die Gesamtfamilie um 31 Euro auf insgesamt 853 Euro.

Wenn die Mutter zugunsten des Großvaters auf das Kindergeld verzichtet, dann hat der Großvater den Anspruch und die Verfügungsgewalt auf das Geld.