Navigation

Muss ich während der Elternzeit Beiträge zur Rentenversicherung zahlen?

Mütter und Väter können während der Elternzeit vielfach nur eingeschränkt oder gar nicht arbeiten. Dies bedeutet jedoch nicht, dass keine Rentenansprüche erworben werden können. Vielmehr können Erziehenden während der ersten drei Lebensjahre eines Kindes sogenannte Kindererziehungszeiten (zu unterscheiden von der Elternzeit) in der gesetzlichen Rentenversicherung angerechnet werden. Die Beiträge zahlt der Bund und zwar unabhängig davon, ob Sie Elternzeit beanspruchen oder erwerbstätig sind. Wichtig für die Anrechnung einer Kindererziehungszeit ist allerdings, dass sie normalerweise nur bei einer Erziehung im Inland gewährt wird.

Mehr Informationen zu Kindererziehungszeiten im In- und Ausland finden Sie in der Broschüre "Kindererziehung: Ihr Plus für die Rente". Diese Broschüre bekommen Sie kostenfrei bei Ihrem Rentenversicherungsträger vor Ort oder online in PDF-Format beider Deutschen Rentenversicherung.

Kindererziehungszeiten sind Pflichtbeitragszeiten. Sie wirken rentenbegründend und rentensteigernd. Sie zählen bei der Erfüllung der sogenannten Wartezeit (Mindestversicherungszeit) mit und führen zu einem Rentenanspruch, den ein Durchschnittsverdiener erreicht - nämlich etwa 1 Entgeltpunkt pro Jahr. Das entsprach im Kalenderjahr 2017 einem Jahresverdienst von 37.103 EUR. Wenn Sie neben der Kindererziehung arbeiten, werden die Rentenanwartschaften aus der Erwerbstätigkeit und diejenigen, die Sie für die Kindererziehung bekommen, zusammengerechnet. Die Summe beider Beiträge wird nur dann begrenzt, wenn sie höher ist, als die Beitragsbemessungsgrenze, also der Verdienstgrenze, bis zu der Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung bezahlt werden müssen.

Mehr Informationen zu diesem Thema gibt es in der oben erwähnten Broschüre "Kindererziehung: Ihr Plus für die Rente".

Die Kindererziehungszeit kann nur bei einem Elternteil angerechnet werden, auch wenn Eltern ihr Kind gemeinsam erziehen. Gemeinsam erziehende Eltern können aber mit einer übereinstimmenden Erklärung bestimmen, bei welchem Elternteil die Kindererziehungszeit anerkannt werden soll. Ist eine solche Erklärung nicht abgegeben worden und eine überwiegende Erziehung durch den Vater nicht feststellbar, ist die Zeit der Mutter anzurechnen.

Falls Sie möchten, dass sie dem Vater - ganz oder zeitweise - zugeordnet wird, dann müssen Sie das der Rentenversicherung mitteilen, am besten so früh wie möglich: Diese Mitteilung gilt nur für die Zukunft und höchstens für 2 Monate rückwirkend. Informieren Sie sich rechtzeitig bei Ihrem Rentenversicherungsträger und vereinbaren Sie ggf. einen Beratungstermin.

Auch nach Ablauf der Kindererziehungszeit kann sich die Kindererziehung als sogenannte Kinderberücksichtigungszeit auf Ihre Rente auswirken. Diese Kinderberücksichtigungszeit dauert bis zur Vollendung des 10. Lebensjahres des Kindes an und wirkt sich in erster Linie positiv auf die Bewertung Ihrer beitragsfreien Zeiten aus. Haben Sie zudem während des langen Zeitraumes der Kinderberücksichtigungszeit auch gearbeitet, können Ihre erworbenen Entgeltpunkte höher bewertet werden. Wenn innerhalb des 10-Jahreszeitraumes der Kinderberücksichtigungszeit ein weiteres Kind erzogen wird, können zudem Entgeltpunkte für Mehrfacherziehung gutgeschrieben werden. Voraussetzung für die zusätzlichen Entgeltpunkte sowie die Entgeltpunktegutschrift ist, dass Sie mindestens 25 Jahre rentenrechtliche Zeiten haben.

Wenn Sie in einem berufsständischen Versorgungswerk rentenversichert sind, dann müssen Sie während der Elternzeit normalerweise keine Beiträge zum Versorgungswerk zahlen. Für die Elternzeit bekommen Sie auch keinen zusätzlichen Rentenanspruch in Ihrem Versorgungswerk. Stattdessen haben Sie für diese Zeit einen Anspruch auf Rente in der gesetzlichen Rentenversicherung.

Bitte informieren Sie sich bei Ihrem Versorgungswerk über Ihre Möglichkeiten, auch in Ihrem Versorgungswerk Rentenansprüche zu erwerben, indem Sie verringerte Beiträge zahlen.

Nicht angerechnet werden Kindererziehungszeiten bei Eltern, die während der Kindererziehung nach Erreichen der Regelaltersgrenze eine Altersvollrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung erhalten oder einem Alterssicherungssystem angehören, die eine annähernd gleichwertige Berücksichtigung von Kindererziehungszeiten wie in der Rentenversicherung, vorsehen (beispielsweise eine Altersversorgung nach beamtenrechtlichen und kirchenrechtlichen Regelungen).